Von Salzprähmen und Stecknitzfahrern

Das Mittelalter wird in der Region lebendig gehalten

Im Laufe der Jahrhunderte, in denen der Stecknitzkanal immer weiter ausgebaut wurde, entwickelte sich ein eigener Schiffstyp: der Salzprahm, der von den Stecknitzfahrern getreidelt, also mit Tauen von einem Pfad am Ufer aus gezogen wurde. Prähme sind Plattbodenschiffe (ohne Kiel), die mit ihrem Boden das Wasser auf der gesamten Fläche verdrängen und daher auch in flachen Gewässern große Lasten tragen können.

Um das Jahr 1500 waren Salzprähme etwa zehn Meter lang, 2,50 Meter breit und konnten bis zu zehn Tonnen Fracht tragen. Später wurden die Schiffe bis zu 25 Meter lang, wurden dann aber auf dem Elbe-Lübeck-Kanal als Lastkähne von Schleppern gezogen. Zu der Zeit war Salz aber kein wichtiges Frachtgut mehr. Seit dem 16./17. Jh. hatte das viel billigere Meersalz dem Lüneburger Salz den Rang abgelaufen. Die Stecknitzfahrer waren zwar Knechte der Salzherren, aber im Mittelalter eine hoch angesehene Bruderschaft. Noch heute wird ihre Geschichte in der Stecknitz-Region lebendig gehalten.

Der Salzprahm, der aussieht wie eine Sandkiste, ist ein Vorgänger des Prahms, wie er in Berken­thin rekonstruiert wurde. (Ausschnitt aus der An­sicht von Lübeck, Schedelsche Weltchronik von 1493)
Das Mittelalter ist in der Region noch heute allgegenwärtig: In Berkenthin gibt es z.B. eine Begräbnisstätte der Stecknitzfahrer, in der Krummesser Kirche blieben diverse Relikte erhalten.
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